Die Kraft der Emergenz in der Regenerativen Führung
Warum zukunftsfähige Führungskräfte nicht alle Antworten haben.
Es ist schwer zuzugeben, dass wir immer weniger Antworten auf die eskalierenden systemischen Herausforderungen haben. Doch genau diese Erkenntnis ist der Auslöser für meine Reise in die regenerative Führung, auf der Suche nach innovativen (und uralten) Ansätzen für systemische Herausforderungen in Unternehmen.
Ich finde mich häufig in Gesprächen wieder, bei denen es darum geht, neue Möglichkeiten zu explorieren und sich mit "Was wäre, wenn", "anderen Perspektiven" und "Nichtwissen" auseinanderzusetzen. Das verunsichert sie zwar oft kurzzeitig, aber es unterstreicht einen wichtigen Punkt: In unserer immer komplexer werdenden Welt ist es nicht nur in Ordnung, Ungewissheit zuzulassen – es ist unerlässlich.
Wir sind darauf konditioniert worden zu glauben, dass Führungskräfte immer die richtigen Antworten haben sollten. Dieser traditionelle Ansatz greift jedoch in der heutigen dynamischen Welt zu kurz.
Die Herausforderungen der BANI-Welt
Der Drang, Lösungen zu finden, Stabilität zu bewahren und Fachwissen zu demonstrieren, ist groß. Aber da sich die systemischen Veränderungen fortsetzen, reicht es in vielen Bereichen nicht mehr aus, sich auf veraltete Methoden und fragmentiertes Denken zu verlassen. Unsere Welt ist zunehmend durch BANI (Brittle, Anxious, Nonlinear, Incomprehensible) geprägt, und diese Realität erfordert neue Ansätze.
Die Macht der Emergenz
Der wahre Durchbruch in vielen Bereichen liegt im Willkommen heißen von Emergenz. Indem wir uns intensiv mit anderen austauschen, die Vernetzung von Systemen anerkennen und unsere eingefahrenen Denkmuster hinterfragen, können wir neue, gemeinsam entwickelte Erkenntnisse gewinnen. Ungewissheit zu akzeptieren und die Spannung zwischen Chaos und Ordnung zu meistern, ist unser kreativer Evolutionspfad. Er ist herausfordernd, aber genau das ist es, was Wachstum ausmacht.
Eine Kultur der Entwicklung fördern
Deshalb ist es so wichtig, eine Kultur der Entwicklung zu fördern. Sie ermöglicht es uns, Spannungen zu nutzen und uns voranzutreiben, ohne uns in Angst und Stress zu verlieren. Ich hatte das Glück, von Giles Hutchins zu lernen, einem Pionier der regenerativen Führung. Sein DEE-Rahmen (Developmental, Emergent, Evolutionary) für die Organisationsentwicklung bringt diesen Ansatz sehr gut auf den Punkt.
Prinzipien der Emergenz in der Führungskultur
Emergenz kann entstehen, wenn wir eine Führungskultur aufbauen, die auf den folgenden Prinzipien basiert:
1️⃣ Selbst- und Systembewusstsein in Aktion: Führungskräfte sollten sich ihrer selbst und der Systeme, in denen sie arbeiten, bewusst sein.
2️⃣ Selbstmanagement, persönliche Freiheit und Verantwortung: Fördere Autonomie und Verantwortungsbewusstsein.
3️⃣ Klarheit der Ziele und Werte: Definiere und kommuniziere klare Ziele und Werte.
4️⃣ Effektive Kommunikation, Zusammenarbeit und Entscheidungsfindungsmethoden: Nutze transparente und inklusive Kommunikations- und Entscheidungsprozesse.
5️⃣ Dialog durch tiefes Zuhören und die Förderung neuer Ideen: Fördere eine Kultur des Zuhörens und der Innovation.
Umgang mit Planung und Emergenz
Wissen, wie man plant, wenn es sinnvoll ist, und wissen, wie man mit der Emergenz arbeitet, wenn es nicht sinnvoll ist 💡. Die Zukunft gehört selbstreflektierenden Führungskräften und Organisationen, die sich auf kontinuierliches Lernen, Verlernen und Umlernen einlassen. Für mich ist das der effektivste Ansatz für Leistung, Innovation und Resilienz, den ich bisher gesehen habe.
Was sind deine Erfahrungen?
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